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Studiengangskonzeption: Ziele/Kompetenzen, Ordnungen und Prüfungsdesign

Was sind die Studiengangsziele / Learning Outcomes / vermittelten Kompetenzen eines Studiengangs und wie gestalte ich diese?

Mit dem Bolognaprozess ist im Zusammenhang der universitären Bildung der Kompetenzbegriff stärker in den Vordergrund gerückt. Damit einher geht der sogenannte „Shift from teaching to learning“, also dem Perspektivwechsel von den vermittelten Inhalten hin zu dem, was die Studierenden an Kompetenzen erwerben, also am Ende des Studiums, eines Moduls oder einer Lehreinheit an Kenntnissen und Fähigkeiten erworben haben (Learning Outcomes der Studierenden / vermittelte Kompetenzen durch die Lehrenden). Für die Formulierung von Studiengangszielen wird diese Entwicklung berücksichtigt. Darüber hinaus muss sich in den Studiengangszielen auch das Leitbild in Studium und Lehre der OVGU wiederspiegeln.

Bei der Beschreibung der Studiengangsziele sind also folgende Leitfragen wichtig:

  1. Was sollen die Studierenden am Ende des Studiengangs können?

  1. Welche Fertigkeiten sollen sie besitzen?

  2. Welche Fähigkeiten brauchen sie?

  3. Welche Kenntnisse sind nötig?

Aus diesen Studiengangszielen können dann konkrete Qualifikationsziele abgeleitet werden. Hier spielen die vier Kompetenzebenen (fachliche, personale, sozial-kommunikative sowie Methoden- und Handlungskompetenz) eine wichtige Rolle, da diese die Qualifikationsziele abdecken sollen. Somit sind die Begriffe Studiengangsziele, Learning Outcomes und Kompetenzen thematisch miteinander verzahnt. Eine ausführlichere Darstellung ist im Constructive Alignment (ein Leitfaden zur Formulierung und Systematisierung von Studiengangszielen, Qualifikationszielen, Lernergebnissen, kompetenzorientiertem Prüfen und Modulhandbüchern) zu finden.

Wie gestalte ich das Modulhandbuch?

Das Modulhandbuch bzw. der Modulkatalog dienen den Studierenden als eine Sammlung der für ihr Studium relevanten Module sowie der verbindlichen Informationen über sämtliche Modulangelegenheiten (von Learning Outcomes bis hin zu Prüfungen und Kreditierung). Ein Template für die Modulbeschreibung finden Sie hier. Es gilt dabei folgendes im Vorfeld bei der Beschreibung der einzelnen Module zu beachten:

  • Was sind die intendierten Learning Outcomes – Was sollen die Studierenden nach erfolgreichem Absolvieren des Moduls können?

  • Welches Prüfungsformat wird genutzt?

  • Welche Lernaktivitäten sollen erfolgen?

  • Welche fachlichen, personalen, sozial-kommunikativen, methodischen und Handlungskompetenzen sollen vermittelt werden?

Daran anschließend ist bei der Formulierung nachfolgendes zu beachten:

  • Nutzen Sie kurze und präzise Sätze.

  • Pro Modul maximal vier bis sieben Learning Outcomes/Lernergebnisse und je Lernergebnis nur ein passendes Verb (eine Verbliste steht Ihnen ebenfalls im Anhang des Constructive Alignments zur Verfügung).

  • Berücksichtigen Sie die unterschiedlichen Niveaustufen (Bachelor/Master) und verbinden Sie diese gegebenenfalls.

  • Die Lernergebnisse bzw. Learning Outcomes müssen beobachtbar, messbar und überprüfbar sein.

Wie gestalte ich den Regelstudien- und -prüfungsplan?

Der Regelstudien- und prüfungsplan verfolgt den Zweck, dass den Studierenden transparent und prägnant der idealtypische und in Regelstudienzeit garantiert schaffbare Ablauf des Studiums vermittelt wird. Bei der Gestaltung des Regelstudien- und -prüfungsplan ist eine tabellarische Übersicht empfohlen und folgendes zu beachten: die Darstellung muss so gewählt sein, dass die Studierenden auf einem Blick erkennen können, welche Module sie zu welchem Semester idealerweise studieren sollen (idealtypischer Studienverlauf). Folgende Angaben sind daher unabkömmlich:

  • Eine Einteilung in die Semester

  • Modultitel

  • Modulart (Pflichtmodul, Wahl(pflicht)modul)

  • Der jeweilige Umfang in CP

  • Veranstaltungsart und -aufwand (z.B. Vorlesung mit 4 SWS)

  • Prüfungsleistung (ggf. mit Zeitangabe. Z.B. Klausur 120)

  • Eine Summe der CP über das Semester verteilt (idealerweise 30 CP pro Semester)

Wie gestalte ich Prüfungen?

Prüfungen sind grundsätzlich so zu gestalten, dass sie der Überprüfung der erworbenen Kompetenzen (Learning Outcomes) der Studierenden dienen. Dies setzt voraus, dass die Kompetenzen so formuliert wurden, dass sie beobachtbar, messbar und überprüfbar sind. Je nach erworbener Kompetenz der Studierenden, eignen sich einige Prüfungsformate besser als andere, wie in der Abbildung unten zu sehen. So ist es zum Beispiel nur sehr selten und nur in sehr gut begründeten Fällen möglich, in einer Klausur sozial-kommunikative Kompetenzen abzufragen und zu überprüfen.

 

Diese Liste mit möglichen Prüfungsformaten je nach den vermittelten Kompetenzen finden Sie auch im Anhang des Constructive Alignments. Einen Überblick über verschiedene Prüfungsformate und Anregungen zur Gestaltung von Prüfungen finden Sie im Prüfungsfinder der HTW Berlin.

Wie gestalte ich das Diploma Supplement?

Das Diploma Supplement ist eine ergänzende Urkunde zum Zeugnis bei erfolgreichem Abschluss der Studierenden. Es wird mindestens in englischer Sprache ausgegeben. Hinter dem Diploma Supplement steckt der europäische Gedanke, einheitliche Angaben zur Beschreibung von Hochschulabschlüssen zu vermitteln. Es soll sowohl international und auch national die Bewertung und Einstufung von akademischen Abschlüssen sowohl für Studien- als auch für Berufszwecke erleichtern und verbessern.

Wann brauche ich eine Praktikumsordnung / Wie gestalte ich diese?

Ist im Curriculum des Studiengangs ein Praktikum vorgesehen - die Studierenden müssen also ein Pflichtpraktikum absolvieren - so ist eine Praktikumsordnung zwingend notwendig. Diese Praktikumsordnung ist zusätzlich zur Studien- und Prüfungsordnung zu erstellen und muss entsprechend auch über den Gremienweg verabschiedet werden. Wichtige Eckpunkte der Praktikumsordnung sind dabei:

  • die Ziele des Praktikums,

  • Form und Dauer des Praktikums,

  • Zulassungsvoraussetzungen zum Praktikum,

  • Inhalte des Praktikums,

  • Durchführung des Praktikums,

  • die Anerkennung des Praktikums,

  • ggf. Praktikumsbericht oder ähnlicher Nachweis,

  • ggf. Hinweise zum Praktikumsvertrag und Versicherungsschutz

Letzte Änderung: 11.08.2026 -
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