Fakultät für Medizin

Wichtiger Schritt zur Kompetenzorientierung eingeleitet – Curriculumsmapping beschlossen

Die Medizinische Fakultät hat mit der Diskussion einer Curriculumsentwicklung unter Beachtung des Wissenschaftsrats-Gutachtens zu den Modellstudiengängen und den Empfehlungen zur Neugestaltung des Medizinstudiums bis 2020 begonnen. In diesem Zusammenhang wurde eine AG Curriculumsentwicklung gegründet, einzelne Unterarbeitsgruppen nahmen ihre Arbeit auf. Als notwendige und wichtige Aufgabe für die Curriculumsentwicklung hat die Fakultät das NKLM (Nationaler kompetenzorientierte Lernzielkatalog Medizin) -Curriculumsmapping beschlossen. Dafür wurde die MERLIN-Datenbank, entwickelt vom Kompetenzzentrum für Medizindidaktik Baden-Württemberg, Tübingen, angeschafft. Mithilfe des Programms sollen alle Lehrgebiete bis Juni 2017 ihre Lehrveranstaltungen „mappen“, d.h. ihre Lehrinhalte mit den Inhalten des nationalen kompetenzorientierten Lernzielkatalogs abgleichen. Die Abfragen ermöglichen einen Überblick zu den Veranstaltungen eines Faches und welche Abteilungen im Curriculum bei der Vermittlung bestimmter Kompetenzen, Teilkompetenzen und Lernziele beteiligt sind. Es kann so aufgezeigt werden, welche Teilkompetenz besonders häufig und welche selten oder gar nicht gelehrt werden. Die Datenbank gibt darüber hinaus auch einen Überblick über die Prüfungsformate, die zum Einsatz kommen. Aufbauend auf den Erkenntnissen soll das Curriculum am Magdeburger Standort, insbesondere auch im Hinblick auf die Vermittlung von Wissenschaftskompetenz, weiterentwickelt werden.

Beste Lehrende ausgezeichnet

Die Lehrpreisträger der Medizinischen Fakultät werden traditionsgemäß im Rahmen der Exmatrikulationsveranstaltung gewürdigt. Mit den Dozentenlehrpreisen, die aufgrund von Studierendenvorschlägen vergeben werden, wurden in diesem Jahr Prof. Dr. Gerburg Keilhoff (vorklinischer Studienabschnitt), Prof. Dr. Rüdiger Braun-Dullaeus (klinischer Studienabschnitt) und Dr. Philipp Stieger, Dr. Anke Spura sowie Dr. Katrin Werwick (Studierendenpreis für besonderes Engagement in der Lehre) geehrt. Drei weitere Lehrpreise für die „Besten Fächer“ („Bestes Fach der Vorklinik“- Biologie für Mediziner, „Bestes Klinisch-Theoretisches Fach“- POL Pathomechanismen und „Bestes Klinisch-Praktisches Fach“- Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde), die mithilfe eines Gesamtrankings im Rahmen der studentischen Lehrveranstaltungsevaluation ermittelt wurden, wurden durch den Dekan Prof. Dr. Hermann-Josef Rothkötter auf der Fakultätsratssitzung am 6. Oktober 2015 verliehen.

Modernes Prüfungsformat an der FME: OSCE-Prüfung erstmals tabletbasiert durchgeführt

Objective Structured Clinical Examinations (OSCE) sind Prüfungen, bei denen Studierende an verschiedenen Stationen ihre praktischen Fähig- bzw. Fertigkeiten und psychosozialen Kompetenzen, welche für den Arztberuf nötig sind, unter Beweis stellen müssen. Diese Methode der Prüfung wird an der FME seit 2008 (im Rahmen der Lehrveranstaltung „Einführung in die Klinische Medizin“, ab 2012 auch in der Orthopädie) angewandt. Die Studierenden müssen verschiedene Stationen absolvieren, wobei sie eine Minute Zeit haben, sich mit der Fragestellung vertraut zu machen, um anschließend je nach Aufgabenstellung einen Simulationspatienten zu behandeln. Anhand der Untersuchung bzw. des Befundes schätzt der Prüfer die Untersuchungstechnik, die Interpretation der erhobenen Befunde sowie die Kommunikation mit dem Patienten ein. Darüber hinaus werden an weiteren Stationen „Blickdiagnosen“ sowie Therapievorschläge anhand von Röntgenbildern abgefragt. Die Medizinische Fakultät kann dadurch die Ausbildung der angehenden Ärztinnen und Ärzte möglichst praxisnah gestalten.

In 2016 wurde diese Prüfungsform, welche ergänzend zur schriftlichen Abschlussklausur im Fach Orthopädie durchgeführt wird, das erste Mal tabletbasiert eingesetzt. Die Medizinische Fakultät strebt eine Etablierung der OSCE-Prüfung in anderen Fächern an, um das bisherige Angebotsspektrum zu erweitern. Vorteile des Umstiegs von der bisherigen schriftlichen Checkliste hin zu den Tablets sind die einfache Handhabung für die Prüfer, welche direkt und ohne Zettelwirtschaft am Tablet mit einer standardisierten Checkliste arbeiten können. Neben dem umweltfreundlichen Sparen von Papier kann durch diese tabletbasierten Prüfungen auch die Datensicherheit erhöht werden. Auch der verwaltungstechnische und personelle Aufwand kann durch den Einsatz von Tablets maßgeblich simplifiziert werden.

Interprofessionelle Ausbildung hält Einzug in das Blockpraktikum Chirurgie

Aufgrund von Evaluationsergebnissen wurde das Blockpraktikum der Chirurgie komplett umstrukturiert und wird zukünftig auch mit einer OSCE-Prüfung abgeschlossen. Nunmehr werden sowohl praktische Fertigkeiten im Skillslab trainiert als auch der Unterricht am Krankenbett auf den chirurgischen Stationen optimiert. Im Rahmen von interprofessioneller Lehre wurden erstmals Pflegekräfte und Pflegeschüler im Modul „Verhalten im OP“ eingebunden und es wurden entsprechend der Modulbeschreibung z.B. steriles Anziehen, chirurgisches Waschen, Händedesinfektion, Kommunikation und Verhalten am OP-Tisch, situatives Verhalten u.a. in Stresssituationen gelehrt und geübt. Bisher fand die interprofessionelle Ausbildung nur im Rahmen des strukturierten Gesundheitspflegepraktikums, des Famulatur-vorbereitenden Kurses „Fit für Famulatur“ und der Vorbereitungswoche für das Praktische Jahr (PJ) „Fit für PJ“ statt.

Selbsteinschätzungstest für Studierende nun auch als Online-Tool verfügbar

Der 2013 eingeführte Progresstest für Studierende wurde auch 2015 - erstmals aber als Online-Tool- an der Medizinischen Fakultät angeboten. Im Rahmen des BMBF-geförderten Verbundprojektes „Kompetenzorientiert Lernen, Lehren und Prüfen in der Medizin“ wurde ein kompetenzorientierter Progresstest von Studierenden für Studierende unter Beteiligung Magdeburger Studierender entwickelt. Der neu entwickelte kompetenzbasierte Progresstest orientiert sich dabei am Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM) und ermöglicht ein Feedback einerseits zu den Fächern der Ärztlichen Approbationsordnung und andererseits zu ärztlichen Kompetenzbereichen. Auf dieser Basis soll den Studierenden zukünftig eine verbesserte Möglichkeit zur Selbsteinschätzung ihres erreichten Ausbildungszieles gegeben werden.

Medizindidaktisches Schulungsangebot für Dozierende erweitert

Zusätzlich zu den seit Jahren angebotenen Medizindidaktikschulungen für Dozierende, die Microteaching, praktische Übungen, Videoanalyse, 360°-Feedback beinhalteten, fand im Juni erstmals eine Prüferschulung statt. Der Workshop gab einen Überblick über die Qualitätskriterien, welche von allen Prüfungsformaten eingehalten werden sollten und versetzt die Teilnehmer in die Lage, schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen zu planen, zu konzipieren, durchzuführen und auszuwerten. Um die verschiedenen Lehrmethoden im klinischen Alltag zu trainieren, wurden im Juni und September zudem zwei Train-the-Trainer-Schulungen durchgeführt. Der Kurs richtet sich an Weiterbildungsassistent/innen und Fachärzt/innen aller Fachrichtungen, die in die Ausbildung von Medizinstudierenden eingebunden sind und über kein oder nur geringes medizindidaktisches Hintergrundwissen verfügen. Am Tag der Lehre wurde zudem der Kurs „Lernen lehren und Lehren lernen“ angeboten.

 

Kontakt
Medizinische Fakultät
Dr. Kirstin Winkler-Stuck

 

kirstin.winkler-stuck@med.ovgu.de               0391-67 15762

Letzte Änderung: 30.07.2018 - Ansprechpartner: M.A. Anni Holzäpfel (vormals Fischer)