Auf dem Weg zur Systemakkreditierung: Task Force nimmt Arbeit auf

Seit dem ersten Antrag auf Programmakkreditierung im Jahr 2008 sind die Studiengänge an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) mittlerweile fast flächendeckend akkreditiert. Im Sinne der ständigen Weiterentwicklung hat sich die Universität dafür entschieden, im zweiten Quartal 2017 den Antrag auf Zulassung zum Verfahren der Systemakkreditierung zu stellen.

"Die OVGU führt bis zum Jahr 2016 ein systematisches, partizipatives, forschungsorientiertes Qualitätsmanagement-Modell ein, um zum einen im Kontext dynamischer Hochschulentwicklung Qualität nachhaltig weiterzuentwickeln und zum anderen die Bedingungsfaktoren von Studium und Lehre beständig zu prüfen und damit den Weg zur Systemakkreditierung bzw. einer alternativen Form autonomer Qualitätssteuerung zum Jahr 2017 zu ermöglichen. Ein geeignetes Verfahren und der Zeitplan der Umsetzung werden nach hochschulinterner Diskussion unter maßgeblicher Beteiligung der Studierenden definiert." (Hochschulentwicklungsplan 2015 – 2025, S. 24) 

Das Verfahren der Systemakkreditierung

Im Unterscheid zur Programmakkreditierung wird das Augenmerk bei der Systemakkreditierung nicht mehr auf die Anerkennung einzelner Studiengänge gelegt, sondern wird der Entwicklungsstand des internen Qualitätsentwicklungssystems (QES) im Bereich Studium und Lehre einem hochschulübergreifenden Anerkennungsprozess unterzogen. Dafür werden in einem mehrstufigen Verfahren die dafür „relevanten Strukturen und Prozesse […] darauf überprüft, ob sie das Erreichen der Qualifikationsziele und die hohe Qualität der Studiengänge gewährleisten, wobei die European Standards and Guidelines für Quality Assurance in Higher Education (ESG), die Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK) und die Kriterien des Akkreditierungsrates Anwendung finden“ (Drs. AR 2013: 18, H.i.O.). Diese Richtlinien sind den Fakultäten bereits aus dem Verfahren der Programmakkreditierung bekannt und finden bei der Systemakkreditierung konsequenterweise ebenfalls Anwendung, indem das QES im Bereich Studium und Lehre so ausgerichtet werden muss, dass es das Erfüllen und Sicherstellen der Qualitätsstandards der angebotenen Studiengänge während des gesamten Akkreditierungszeitraumes gewährleistet.

Die markanteste Änderung zu den bisherigen Verfahren der Programmakkreditierung stellt also nicht nur das Factum dar, dass die Universität nun die Ausgestaltung der Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre selbst bestimmen kann, sondern dass klassische Begehungen im Sinne der Programmakkreditierung durch externe Agenturen und bestellte GutachterInnen obsolet sind. Wenngleich der bisherige Akkreditierungszeitraum von sieben Jahren (bzw. fünf bei einer Erstakkreditierung) bestehen bleibt, so stellt das Verfahren der Systemakkreditierung auf ein ständiges Monitoring denn auf einen einmaligen Bürokratieakt bei der Vor- und Nachbereitung der Begehungen ab.

Qualitätsentwicklungssystem der OVGU

Wenn an der OVGU auf die einzelnen Programmakkreditierungen verzichtet werden möchte, muss sie gegenüber der für die OVGU zuständigen Akkreditierungsagentur evalag (Mannheim) ein Qualitätsentwicklungssystem (QES) im Bereich Studium und Lehre nachweisen, das Strukturen und Prozesse so steuert, dass es die Qualitätsentwicklung der Studiengänge nach Maßgaben des Akkreditierungsrates, der KMK und der ESG fortwährend sicherstellt.

zur Vorbereitung der strategischen Ausgestaltung dieses Vorhabens wurde zum SoSe 2015 die „Task-Force Systemakkreditierung“ gegründet, um bereits bestehende Gremien auf operativer Ebene zu entlasten. Die Task-Force besitzt keine Entscheidungsbefugnisse, die Ausarbeitungen der Gruppe werden der Kommission für Studium und Lehre bzw. dem Senat und Rektorat zugearbeitet. Sie setzt sich aus VertreterInnen aller Fakultäten und Statusgruppen, insbesondere den StudiendekanInnen sowie – soweit vorhanden - ReferentInnen, zusammen und wird von der Prorektorin für Studium und Lehre, Frau Prof. Dr. F. Scheffler, geleitet. Die monatlich stattfindenden Treffen werden von MitarbeiterInnen des Sachgebiets Qualitätssicherung (K33) begleitet.

Dialog, Partizipation und Reflexion sind die handlungsleitenden Grundpfeiler bei der dezentral angelegten Kooperation zwischen den Fakultäten und Qualitätsbeauftragten. Diese Vorgehensweise trägt der Fächervielfalt einer Volluniversität und damit auch den verschiedenen Fachkulturen Rechnung und wurde von der Task-Force im „Leitbild und Leitlinien zu Studium und Lehre“ festgehalten. Die Verabschiedung durch den Senat erfolgt im Sommersemester 2017.

Aus dieser Zusammenarbeit sollen außerdem einzelne Instrumente für ein QES entwickelt werden, das mehreren Anforderungen gerecht wird und das schließlich in einer durch den Senat zu erlassenen Qualitätssatzung mündet.

Zur Umsetzung des dialogischen und partizipativen Anspruchs soll das selbstkonstruierte Format des Studienganggesprächs als zentrales Instrument etabliert werden. Neben der Beteiligung aller Statusgruppen wird in regelmäßigen Abständen externe Expertise durch die Teilnahme von AbsolventInnen sowie VertreterInnen der Wissenschaft und Berufspraxis eingeholt. Zur Unterstützung der Gespräche soll jährlich von zentraler Seite ein Datenreport über die fakultätseigenen Studiengänge zur Verfügung gestellt werden. Dieser wurde von Mitarbeiterinnen des Lehrstuhls für Hochschulforschung und Professionalisierung der akademischen Lehre entwickelt und beinhaltet neben hochschulstatistischen Daten auch Erkenntnisse aus dem Studierendenpanel der OVGU sowie zukünftig einer hochschulweiten AbsolventInnenstudie.

Nach erfolgreicher Zulassung zum Verfahren der Systemakkreditierung hat die Universität zwei Jahre Zeit, das Hauptverfahren abzuschließen. In diesem Zeitraum werden alle bestehenden Akkreditierungen um den Zeitraum des laufenden Verfahrens verlängert. Das Hauptverfahren beinhaltet das Verfassen des Hauptantrages und zwei Begehungen (voraussichtlich im Studienjahr 2018/2019). Diese werden sowohl das Qualitätsentwicklungssystem als solches als auch merkmals- und studiengangbezogene Stichproben fokussieren. Dabei wird weiterhin die Task-Force die operativen Belange koordinieren und Ergebnisse der Kommission für Studium und Lehre bzw. dem Senat und Rektorat vorlegen. Der Verfahrensabschluss ist für das Sommersemester 2019 geplant.

 

Kontakt
Sachgebiet Qualitätssicherung
Anni Fischer, Franziska Genge, Julia Grüber, Katharina Schulz

 

anni.fischer@ovgu.de                         0391- 67 57177

franziska.genge@ovgu.de                0391-67 58899

julia.grueber@ovgu.de                      0391- 67 50159

katharina.schulz@ovgu.de               0391-67 50159

Letzte Änderung: 30.07.2018 - Ansprechpartner: M.A. Anni Holzäpfel (vormals Fischer)